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Andreas-Kuschke-Preis


Andreas Kuschke (1949-2014) konnte aus familiären Gründen leider nur Veranstaltungen besuchen, die in der Nähe seines Wohnorts lagen. Bis zu seinem unerwarteten und frühen Tod war er allerdings in vielen Funktionen über viele Jahre hinweg für den SFCD tätig, unter anderem als Mitglied des Vorstands und des Komitees zur Vergabe des Deutschen Science-Fiction-Preises. Insbesondere betreute er das Vereinsarchiv und kümmerte sich gewissenhaft um die Anfragen von Mitgliedern nach älteren Publikationen.

Im Rampenlicht der Szene stehen eigentlich immer Cheforgas, Vorsitzende, Chairmen/women, Veranstalter, aber selten der einfache Helfer, Roommanager, Badge-Checker oder Tischeschlepper. Viele Aktivitäten der phantastischen Szene könnten aber nicht ohne diese unzähligen Menschen stattfinden, die hinter den Kulissen tätig sind. Mit dem Andreas-Kuschke-Preis möchten wir stellvertretend für alle, die z.B. unsere Conventions erst möglich machen, Personen auszeichnen, die wie der Namensgeber kontinuierlich und zuverlässig im Hintergrund wirken, deren Arbeit aber nicht minder wichtig ist.

Der Preis besteht aus einer Stele mit Vereinslogo und Plakette und ist undotiert. Der Wert liegt eher im Symbolischen begründet. Die Statuten zur Preisverleihung finden sich hier.

Die bisherigen Preisträger sind:

Udo Klotz
(verliehen am 22.9.2018 auf dem 14. ElsterCon)
Astrid Ehrt und Thomas Braatz
(verliehen am 2.11.2019 auf dem PentaCon)
Martin Stricker
(verliehen am 20.5.2023 auf dem MetropolCon)
Frank Engelhardt für das Team der Darmstadt SpaceDays 
(verliehen am 21.10.2023 auf dem 38. BuCon)


Udo Klotz (2018)

...tritt zwar als Treuhänder des Kurd-Lasswitz-Preises ab und zu ins Rampenlicht, aber zwischen diesen Terminen hat er eine Menge im Hintergrund zu erledigen. Das betrifft Schriftverkehr mit den Abstimmungsberechtigen, Benachrichtigung der Nominierten und Gewinner in den einzelnen Kategorien, Schreiben der Laudationes, Einladungen zu den Preisverleihungen, vielleicht auch Besorgung von Unterkünften. Udo erledigt diese Aufgaben seit Jahrzehnten im stillen Kämmerlein und verleiht Jahr für Jahr Preise, daher ist die Überreichung des ersten Andreas-Kuschke-Preises an ihn wohlverdient.

(Text: Thomas Recktenwald)


Astrid Ehrt (2019)

...arbeitete gewissermaßen im Untergrund und wurde erst auf die Bühne geschickt, wenn das Ende der Veranstaltung nahe war, also die "SF-Tage NRW" in Dortmund und als krönender Abschluss der Eurocon 2017 "U-Con". Bis zur Closing Ceremony kümmerte sie sich um die ihr anvertrauten Personen und sorgte dafür, dass sie mittels Cola und Kartoffelchips ausreichend ernährt wurden. Das hatte sie zuhause ausreichend an kleinen Nagern geübt, nämlich ihren Meerschweinchen. Ein anderes Nagetier ist der Ziesel, auf Englisch "Gopher", und so werden auch die Helfer auf Conventions genannt, die von der "Gopher Mom" im "Gopher Hole" betreut werden. Für ihre langjährige Tätigkeit in diesem Bereich, die den meisten Conteilnehmern verborgen bleibt, wurde Astrid verdientermaßen mit dem Andreas-Kuschke-Preis ausgezeichnet.

(Text: Thomas Recktenwald)


Thomas Braatz (2019)

...ist zwar oft auf Veranstaltungen zu sehen, arbeitet aber zu bestimmt 99% im Verborgenen, wo er seit Jahrzehnten Symposien organisiert, Publikationen vorbereitet, für die Elstercons Ehrengäste einlädt und Programmpunkte vorbereitet. Er ist nicht nur wegen seiner Körpergröße eine herausragende Gestalt im deutschen Fandom, indem er durch seinen unermüdlichen Einsatz für das phantastische Genre und dessen Fans Werke und Veranstaltungen ins Leben ruft oder initiiert, die wohl nur er in dieser Form zustande bringen kann. Daher ist Thomas ein würdiger Träger des Andreas-Kuschke-Preises.

(Text: Thomas Recktenwald)


Martin Stricker (2023)

...war viele Jahre lang Vorsitzender des Komitees zur Vergabe des Deutschen Science-Fiction-Preises, ein Amt, das zwischen zwei Preisverleihungen kaum einen Tag erlebt, an dem man nicht mit Verlagen oder Komiteemitgliedern korrespondiert, Listen abgleicht, sich um Laudationes kümmert oder Programmpunkte organisiert. Außerdem steht Martin dem Vorstand des SFCD als Berater zur Seite und recherchiert in 
dieser Funktion zu mehr oder weniger komplexen Themen. All dies sind Tätigkeiten, die entweder im Verborgenen bleiben oder nur einem kleinen Kreis bekannt sind. Die Verleihung des Andreas-Kuschke-Preises an Martin ist daher ein Zeichen der Wertschätzung für seine Arbeit im und für das Fandom.

(Text: Thomas Recktenwald)


Frank Engelhardt für das Team der Darmstadt SpaceDays (2023)

...es war einmal...im Jahr 2000...jenem Jahr, welches für mich eigentlich den Beginn der Zukunft darstellen sollte. Das Jahr, welches ich als Kind mit Raumschiffen, Zeitreisen, Robotern und anderem seltsamen Zeugs assoziierte. Doch daraus wurde nichts...d.h. nicht so ganz, bzw. es wurde ganz anders.
1994 wurde der damalige Star Trek Treff Darmstadt, der spätere Science Fiction Treff Darmstadt, ins Leben gerufen. Eine wilde Zeit, die beinahe kurz vor dem Beginn der oben erwähnten Zukunft ihr Ende finden sollte. Nun, fast, denn man fand eine neue Unterkunft in einer Gaststätte am Rande der Stadt. Und diese hatte einen Saal. Und es dauerte nicht lange, dass bei einer einer Handvoll hochmotivierter Fans und Modellbauern die Idee entstand, man könne doch genau diesen Saal für irgendwelche zukunftsorientierte Umtriebe nutzen. Geboren war also im Jahr 2000 die Idee einer kleinen Ausstellung mit Modellen aus dem Bereich Science Fiction, Fantasy und Raumfahrt.
Zur Premiere jenes Events kamen dann auch etwa 100 Besucher, über die man sich denn auch sehr freute, und die für weitere Events dieser Art motivierte. Nun, aus 130 Quadratmetern im Anbau einer Gaststätte wurden wurden über die Jahre hinweg erst 300, dann 600 bis über 1600 Quadratmeter in diversen Bürgerhäusern und in der Mensa eines gehobenen Bildungstempels. An die Besucherzahl hängte sich im Laufe der Zeit eine Null dran, und die Entfernungen, aus der diese kamen wurden größer. Die Community wuchs und gedeite und war froh, sich alle zwei Jahre in Südhessen treffen zu können.
Zwischendurch übernahm ein gewisser, und in Deutschland nicht ganz unbekannter Club die Regie, bevor man 2010 einen eigenen Verein gründete. Ihr wisst ja, Deutschland ist ein Land der Vereinsmeier und bei Verwaltungen wird man plötzlich ganz anders behandelt, sobald man das Kürzel e.V., vielleicht noch ergänzt mit "gemeinnützig", auspackt. Die Jahre vergingen, es gab mehr oder weniger freiwillige Wechsel in der Orga jenes Events.  
Und dann kam das Jahr 2020...nicht das Jahr, in dem wir Kontakt zu irgendwelchen Aliens aufnahmen, sondern das Jahr, das unser aller Leben verändert hat. Auch unser Event musste pausieren und wurde zweimal verschoben. 2022 war es dann soweit. Unser Event sollte mit einem Paukenschlag zurückkehren. Und zwar dahin, wo normalerweise Kongresse stattfinden und die Oberen der Stadt tagen.

Ich sage nur: 2500 Quadratmeter, 50+ Aussteller und über 2500 Besucher. 

Tja, und das wars dann auch für unser Event. Nach über 20 Jahren wars dann genug. Der Verein hat sich aufgelöst. Und die Community? Nun, die ist weitergezogen. Die wird man zukünftig unter dem Dach der ComicCon in Stuttgart finden. Ich wünsche jedenfalls viel Erfolg. 

Und deshalb...

Der Vorstand des Science Fiction Clubs Deutschland verleiht den Andreas-Kuschke-Ehrenpreis für besondere Verdienste um das phantastische Fandom an das Team der Darmstadt SpaceDays.

PS. Mir persönlich wurde mit diesen letzten, größten SpaceDays ein Herzenswunsch erfüllt, den ich schon lange hatte: einmal eine große Science Fiction Veranstaltung in Darmstadts Kongresszentrum Darmstadtium. Und dies ist mit den Spacedays 2022 passiert. Danke dafür.  

(Text: Roger Murmann)